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Halestorm – Vishous | Stark angefangen, stark nachgelassen

Halestorm – Vishous | Review

Ich habe mich sehr auf diese Platte gefreut, sind Halestorm eine der wenigen Bands mit Frontfrau, die ich wirklich gut feiern kann. Zwölf Tracks, 43 Minuten. Was erwarte ich? Geile Riffs, eine Powerstimme und ordentlich Wumms in der Birne. Mal schauen, was mir Lizzy und ihre Kollegen bieten können.

Black Vultures ist schonmal ziemlich geil, da gibt es wohl keine zwei Meinungen. Wenn das der Opener wird, dann kann sich jedes Publikum warm anziehen. Das wird nach vorne gehen. Traurigerweise geht es so nicht weiter. Bei Skulls macht sich ein Gefühl von generischer Pop-Produktion breit. Klar, Stimme, Gitarre, Drums und alle anderen Instrumente sind immer noch deutlich rockig, aber der Song maßt sich sehr poppig an. Mit anderen Instrumentals könnte der Song auch von Marshmello oder Zedd sein.

Und so geht es lange weiter, das ist alles nichts Forderndes, nichts mit großer Anspruchshaltung, was schade ist, denn Halestorm kann mehr, das wissen wir wohl alle. Erst mit Do Not Disturb wendet sich das Blatt, aber leider weniger zum Guten. Der Track ist genau wie sein Nachfolger Conflicted eine pseudo-erotische, balladesk angehauchte Nummer, die bei mir nur Verwirrung hervorruft. Die beiden Stücke lassen mich ratlos stehen, einfach, weil sie selber nicht genau wissen, was sie sein sollen oder wollen.

Ein richtiges Highlight hat Vicious trotzdem zu bieten: Heart of Novacaine ist schaurig schön, diesmal passt auch das Ensemble deutlich besser, der Track klingt ausgereifter als viele andere auf der Platte. Lizzy Hale hat aber auch eine für solche Balladen wie gemalte Stimme, mir läuft es auch nach ungefähr 15 Hördurchläufen immer wieder kalt den Rücken runter, wenn diese kratzige und vor allem an einer Stelle trotzdem so verletzliche Stimme losjagt und von einer akustischen Gitarre unterstützt wird. Dementsprechend schnell ist der Track auch in meine private Playlist gewandert und da erstmal auf Dauerschleife gelaufen für die ein oder andere Stunde.

Und das ist der Startschuss für ein Finale, dass mich versöhnlich stimmt, denn es geht wieder bergauf. Der Titeltrack selber gefällt mir wieder richtig gut, das war, wofür ich die Platte angemacht habe.

Ich finde es schwer, Vicious zu bewerten, ohne mich groß unwohl dabei zu fühlen. Das Album ist gut, aber nicht sehr gut. Es ist ordentlich produziert, aber klingt sehr nach dem Versuch, sich auf Biegen und Brechen im Mainstream etablieren zu wollen. Und dann kommt Heart Of Novacaine um die Ecke und pustet mich aus dem Leben wie ein Windstoß ein Teelicht. Das Album ist nicht schlecht, hätte aber sehr viel besser sein können. Ich denke, es muss abgewartet werden, wie sich Halestorm weiterhin entwickeln, um diese CD ordentlich einordnen zu können.

Review overview

Gesamt:6

Summary

6

Alex
„Lass mich mit deinem Gezappel in Ruhe, ich muss die Musik fühlen!“ Ungefähr so fühle ich mich immer wieder auf diversen Konzerten. Es kommt doch auf die ganzen kleinen Teile an, die das Ganze erst so toll machen. Und diese Faszination will ich mit euch teilen, also folgt mir auf meine kleine Reise durch alle Genres.

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