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Papa Roach – Crooked Teeth | Gute Platte ohne Überraschungen

Papa Roach - Crooked Teeth | Review

Crooked Teeth kam im Mai diesen Jahres raus und löste bei mir einen kleinen Hype aus, schließlich war der Vorgänger F.E.A.R. ein wahres Brett. Ich war auf positive Art und Weise aufgeregt und als der Longplayer dann endlich draußen war, Leute, ich war fix dabei. Am Release stand die CD bei mir im Regal, ich habe sie direkt mal eingelegt, und mit Break the Fall geht’s los.

Am Anfang hört sich das Ganze wie ein stinknormales Intro an, wenig Text, viel Musikalisches. Aber das täuscht, denn der Track kann was. Es ist absolut nicht krasses, aber ein simpler, solider Papa Roach Track. Simple aber gute Reime gepaart mit einer eingängigen Melodie. Der Kopf geht fast automatisch mit. Danach kommt mit Crooked Teeth direkt der Namensgeber vom Album und es werden härtere Fahrwässer befahren. Das ist ein ganz klassischer Track irgendwo zwischen Hard Rock und Metal. Auch die Lyrics sind so, wie man sie erwartet. Düster und kraftvoll. Und – oh was ein Wunder – das wird sich nicht mehr ändern.

Mit „My Medication“ kommt eines meiner persönlichen Highlights direkt als drittes. Die Melodie ist einfach packend und geht gut nach vorne. Der Text ist zwar nichts Besonderes, hat aber ein kleines Schmankerl in Strophe 2 zu bieten:

“I’m alive but I lost the fight / It’s like the better half of me is on the edge of the knife / Cut it”

Hier fällt auf, eigentlich hätte in der dritten Zeile „Got it“ stehen müssen, doch um im Thema zu bleiben, bedient man sich hier der Homophonie Got/Cut. Nett gemacht.

Danach kommt aber sehr lange nichts, was wirklich erwähnenswert ist, auch wenn es keinen negativen Ausfall gibt, Persicope und Traumatic jetzt mal ausgenommen. Erster genannter Track ist einfach langweilig. Er versucht, Atmosphäre aufzubauen, scheitert aber grandios. Und Traumatic ist am anderen Ende der Skala zu finden: extrem hektisch, vor allem im Refrain. Das wirkt einfach überladen und unpassend.

Jetzt aber wieder mal was Positives: Sunrise Trailer Park zusammen mit dem Rapper Machine Gun Kelly aus Cleveland ist nochmal ein Brett. Da ist die Atmosphäre. Der Beat passt einfach perfekt zum Track, der von verkorkster Jugend und schlechtem Freundeskreis handelt. Der Text behandelt den Zwiespalt, in den du geraten kannst, wenn du weißt, dass der Freundeskreis dir einfach nichts Gutes tut, aber hey – es sind deine Freunde. Das wird im Refrain auch sehr schön verdeutlicht:

I’m still haunted by the best years of / The best years of my life

Der Einsatz von MGK passt wie Deckel auf Topf, und dass der Mann was draufhat ist ja allgemein bekannt. An dieser Stelle auch kurz die Empfehlung, sich mal bei ihm umzuschauen, guter Stoff. Aber ansonsten war es das halt irgendwie, auch wenn Ricochet nochmal zum Kopfnicken anregt. Das Album ist was Ordentliches, aber nichts, was mich umgehauen hat. Vor allem, weil es immer wieder kleiner Stellen innerhalb der Tracks gibt, bei denen ich merke, dass die Lyrics nicht komplett sauber eingesungen wurden, es gibt einfach stark genuschelte Passagen, was ein absolutes No-Go ist. So weh mir das tut, allein dafür gibt es einen Punkt Abzug.

Review overview

Gesamt:6

Summary

6Wenn ich drei Songs wählen müsste: „Crooked Teeth“, My Medication“ und „Sunrise Trailer Park“. Das sind eindeutig die Highlights einer Platte, die zwar nicht schlecht ist, mich aber doch sehr enttäuscht zurückgelassen hat. Da war einfach viel mehr drin, denke ich.

Alex
„Lass mich mit deinem Gezappel in Ruhe, ich muss die Musik fühlen!“ Ungefähr so fühle ich mich immer wieder auf diversen Konzerten. Es kommt doch auf die ganzen kleinen Teile an, die das Ganze erst so toll machen. Und diese Faszination will ich mit euch teilen, also folgt mir auf meine kleine Reise durch alle Genres.

2 Kommentare

  1. Sehe ich ähnlich, habe mich auch sehr auf das Album gefreut aber an seinem Vorgänger ist es bei weitem nicht dran gekommen. Gute und vielseitige Review, gefällt mir 👍

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