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Crown The Empire – Retrograde | Man vermenge Linkin Park, 30STM & Papa Roach

Crown The Empire - Retrograde | Review

Wer sagt, dass Frustkaufen nicht sinnvoll ist, hat auf diesem Weg noch nie gute Musik entdeckt! Wer oder was Crown The Empire ist, war mir bis dato nämlich völlig unbekannt.

Das Auto stand ungeplant für zwei Stunden in der Werkstatt, also muss man sich ja irgendwie die Zeit vertreiben. Am besten geht das in der winzigen Musikabteilung des Elektromarkts mit dem orangenen Planeten. Aber wenn ich ehrlich bin, gebührt meiner besseren Hälfte die Ehre dieses Albumfunds. Das Cover ist halt ein absoluter Hingucker!

Reingehört, mich von den Vocals ausnahmsweise nicht abschrecken lassen, mitgenommen, glücklich gewesen. Geht doch.

Who the fuck are… | Crown The Empire

Crown The Empire gründete sich 2010 um Sänger Andrew Velasquez und Bassist Hayden Tree noch auf der Highschool in Texas. Schlagzeuger Brent Taddie und Rhythmusgitarrist Brandon Hoover folgten später, während die Position an der Leadgitarre derzeit gar nicht besetzt ist.

Obwohl sie es mit ihrem dritten Studioalbum Retrograde in den US-Charts auf Platz 15 (Platz 7 mit dem Vorgänger) schaffen, bleibt ein kommerzieller Erfolg in Europa aus.

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Crown The Empire – Retrograde | Die Fakten

Name: Retrograde
Genre: Metalcore / Alternative Metal / Crossover
Länge: 39 Minuten
Release: 21. Juli 2016
Label: Rise Records

Crown The Empire - Retrograde | Review

Crown The Empire – Retrograde | Die Review im Detail

Es geht doch nichts über Alben mit einem überraschenden Intro. Genrefremde Töne können zu Beginn Spannung bis zum Zerreißen aufbauen, was sich dann im Folgetrack mit einem fetten Gegensatz entlädt. Genau das passiert aber nach dem seichten Intro SK-68 nicht.
Are You Coming With Me? startet mit Gebrabbel, das keinerlei Bezug zum ersten Song hat und auch die Stimmung nicht übernimmt. Das erste Lied hätte man sich also sparen können. Gleiches gilt für das zweite Instrumentalstück The Fear Is Real. Retrograde spielt ansonsten sehr gekonnt mit dem Aufeinanderschmettern von Gegensätzen, schafft sich mit diesen beiden Songs aber nur kleine Fremdkörper in einem eigentlich sehr stimmigen Album.

Das ist aber schon das Einzige, was ich bemängeln kann.
Das eben angesprochene Are You Coming With Me? wäre für sich allein schon ein sauberer Opener gewesen. Im Refrain wird man gleich ins Jahr 2009 geworfen, mitten rein ins Album This Is War von 30 Seconds To Mars. Das Ding wäre zwischen Night Of The Hunter und Closer To The Edge einfach mal gar nicht aufgefallen. Oxygen reiht sich ebenfalls wunderbar in diese Riege.

Wer dann dachte, dass es bei clean vocals so schön soft bleibt, fällt danach richtig auf die Schnauze. Zero wartet nämlich mit ordentlich Hardcore-Geschnauze auf. Dieses Zuckerbrot-und-Peitsche-Konstrukt, das zusätzlich mit Elektro-Elementen aufgeblasen wird, erinnert stark an den alten Kram von Linkin Park. Ihr wisst schon, als sie noch gut waren. Aftermath und Signs Of Life sollten daher den alteingesessenen Linkin Park Hörer das langersehnte Glück zurückbringen.
Wo wir gerade beim name dropping sind: Weight Of The World könnte man getrost den neueren Papa Roach unterjubeln.

Crown The Empire können den Hardcore-Modus aber auch einen ganzen Brecher über durchziehen. Ausgerechnet Lucky Us geht mit dunklen Gitarrenriffs und fast ausschließlich Shoutings direkt in deine Seele. Dabei geht gehen auch die Texte bei Retrogate unter die Haut. Es ist kein Happy Day Album, lässt den Hörer dabei aber nicht im Weltschmerz absaufen.

Für Fans von…

  • Linkin Park
  • 30 Seconds To Mars
  • Papa Roach

Meine Top 5

  1. Zero
  2. Weight Of The World
  3. Lucky Us
  4. Are You Coming With Me?
  5. Signs Of Life

Review overview

Gesamt:8

Summary

8Nachdem Linkin Park sich mittlerweile in der Belanglosigkeit suhlt, sind Crown The Empire genau das, was Linkin Park für mich nie hatte: Ordentlicher Crossover aus Metal, Hardcore und Elektro mit dem gewissen Spritzer 30 Seconds To Mars-Schleim. Crown The Empire machen dabei aber vieles besser als die großen Namen, an die sie im ersten Moment erinnern. Sie erfinden das Rad nicht neu, ölen es dafür aber ordentlich nach.

Miriam
Sie ist die Immer-In-Der-Ersten-Welle-Steherin. Meistens am Rand des Moshpit aufzufinden, um sich jederzeit in die Massen werfen zu können. Mit den Wurzeln im Punk Rock und der Faszination im Heavy Metal hört sie alles, was leise nicht zu ertragen ist und laut nie wieder aus dem Kopf geht.

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