In Flames waren nach ihrem wirklich schwachen Release Battles aus 2016 von meinem Radar verschwunden, Death Metal war so oder so nie meine Hauptdomäne. Ich bin mehr durch Zufall auf I, the Mask gestoßen, das nunmehr 14.(!) Studioalbum der Band. Und was soll ich sagen, es hat mich positiv überrascht.

Denn es besinnt sich mehr auf die Wurzeln des Erfolges, den die Schweden ja durchaus sehr lange feiern konnten. Die Instrumente sind wieder klarer, härter und viel dominanter. Das Album bietet uns wieder kraft- und druckvollen Metal. Allein der Opener Voices und der Titeltrack lassen da wenig Fragen zu. Wer sich 2016 noch über fehlende Durchschlagskraft bei den Vocals beschwert hat, der wird hier schnell wieder ins Boot geholt. Und wem von euch unklar sein sollte, wieso ich eingangs erwähnte, die Instrumente seien wieder dominanter, der achte bitte einfach auf die Drums.

Es ist aber nicht alles wieder super und In Flames sind wieder DIE Band für Death Metal. Das Album hat einen Charakter an sich, der stark daran angelehnt ist, sehr „mitsingbar“ zu sein. Das ist partout nichts Schlechtes, nimmt den Tracks dann aber doch oft das letzte Bisschen Energie, das sie bräuchten, um Highlights zu werden. Ein exzellentes Beispiel hierfür ist der Track I Am Above. Ein absoluter Brecher, aber warum werden im Refrain Tempo und Härte so stark vernachlässigt? Das ist in meinen Augen verschenktes Potenzial, auch wenn die Melodie an sich klasse ist, was uns kurz nach dem Solo eindrucksvoll bewiesen wird.

Mein persönlicher Favorit auf I, the Mask findet sich recht weit hinten auf dem Album: Burn verbindet alle Stärken, die das Album mitbringt, und gleichzeitig sind die Schwächen hier recht gut kaschiert worden, so, dass auch im Refrain noch eine große Menge Power rüberkommt. Grob zusammengefasst würde ich behaupten, dass die Platte kein wahres Highlight, dafür immerhin aber auch keinen wirklich negativen Ausrutscher zu bieten hat.

Das 14. Album von In Flames zeugt davon, dass man auf dem Weg zurück zu alter Stärke ist, dass der Weg dorthin allerdings durchaus noch ein langer sein kann. I, the Mask macht vieles richtig, manch Essenzielles aber sollte nachjustiert werden.

Review overview

Gesamt:6.5

Summary

6.5