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Any Given Day – Overpower | Der Name ist Programm

Review: Any-Given-Day-Overpower

Heute geht es um den Support einer fast lokalen Band, die, wenn meine Wahrnehmung mich nicht trügen sollte, mehr Aufmerksamkeit haben sollte als sie absolut hat. Die Jungs aus Gelsenkirchen knallen uns mit Overpower den dritten Output nach My Longest Way Home und Everlasting um die Ohren, und vorweggenommen: mich hat dieser am meisten überzeugt und mich in meinem Glauben an die zumindest lokale Größe bestätigt.

Das Album läuft von vorn bis hinten insgesamt 42 Minuten und es nimmt keine Gefangenen. Start Over, der charmante Opener, überzeugt mit griffigen Riffs, markanten Vocals – guttural UND clean – und einer gewissen Reife, die man 2014 vielleicht zurecht noch nicht innehatte.

Das Problem, was ich von Zeit zu Zeit mit Core habe, ist, dass er trotz einer Vielzahl wirklich toller Melodien einfach aufgrund der generellen Genre-Begebenheiten oft nur wenige signifikante Unterschiedsmerkmale bietet innerhalb eines Longplayers. Und auch, wenn Any Given Day dieses Problem auf Overpower nicht komplett aus der Welt schaffen, machen sie auf jeden Fall einen großen Schritt in diese Richtung. Es ist nicht so, dass wir nach zweimaligem Hören einzelne Tracks nur am Riff erkennen, aber nach acht oder neun Runden ist das möglich. Meiner Erfahrung nach ist das recht schnell.

Und die Melodien sind die wahre Stärke des Albums, neben wirklich hervorragenden Vocals. Sie bilden einen wunderbaren Kontrast zu den sehr Stakkato wirkenden Strophen, hervorheben möchte ich hier auf jeden Fall Loveless und Whatever It Takes. Beides klasse Tracks, wobei Zweiterer sich nach einigem Hören zu meinem Liebling auf der Platte entwickelt hat. Die Mischung aus Melodie, klarem, nach vorn gehendem Core, und dem Backgroundgesang pusht mit unglaublicher Kraft. Die ruhige Passage nach dem zweiten Refrain zeugt dann auch durchaus von Songwriting auf starkem Niveau, denn sie ist von vorn bis hinten gut in den Track integriert und wirkt zu keiner Sekunde deplatziert oder störend. Erwähnen muss ich auch Fear, das wohl nur auf wenigen Alben als eindeutige Ballade durchginge, hier aber vor dem Finale furioso eine super Atempause darstellt.

Overpower ist ein starkes Album und wird mit Sicherheit live sehr gut ankommen. Meiner Auffassung nach ist es das Beste der ersten drei Alben von Any Given Day und wenn die Entwicklung der Gelsenkirchener in dem Tempo weiter geht, dann werden in Zukunft noch viel mehr Leute als jetzt eine große Freude an dieser Band haben.

Review overview

Gesamt:7.5

Summary

7.5

Alex
„Lass mich mit deinem Gezappel in Ruhe, ich muss die Musik fühlen!“ Ungefähr so fühle ich mich immer wieder auf diversen Konzerten. Es kommt doch auf die ganzen kleinen Teile an, die das Ganze erst so toll machen. Und diese Faszination will ich mit euch teilen, also folgt mir auf meine kleine Reise durch alle Genres.

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