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Avantasia – Moonglow | Ein Musik gewordenes Epos

Review: Avantasia - Moonglow

Moonglow – ein klangvoller Name. Ähnlich klangvoll wie der seines Schöpfers, zumindest unter Anhängern. Das Album ist das laut eigener Aussage das persönlichste und komplexeste Werk von Mastermind Tobias Sammet. Was also bieten uns die 70 Minuten Metal?

Zu allererst keinen einfachen Einstieg: Ghost in the Moon hält mit knappen zehn Minuten nicht hinterm Berg. Aber was uns direkt auffallen sollte: Es wird groß. Es wird magisch. Es wird epochal. Der Track ist ein Abziehbild des gesamten Albums. Schnell, schwer, perfekt zum miteinander singen, vielschichtig. Wir bekommen eine Geschichte erzählt, bei der ich nicht will, dass sie unterbrochen wird. Euch wird es wohl kaum anders gehen.

Das Herzstück dieser Platte sind die Tracks vier bis sieben – The Raven Child bis Alchemy. Sie transportieren die meiste Power. Sie sind der Teil der Geschichte, in dem alles, was vorher aufgebaut wurde auch mit dem notwendigen Leben gefüllt wird. Vor allem das Zusammenspiel aus Invincible, der dramatisch vorhersehbaren aber dennoch wunderschönen Ballade, und Alchemy lässt euch nicht aus seiner engen Umarmung.

Der einzige Kritikpunkt, den ich persönlich anführen muss, ist Maniac. Ich weiß, der Track ist ein Klassiker und gut umgesetzt wurde das Cover auch. Aber: Was hat er da zu suchen? Er wirkt schrecklich deplatziert und nimmt kurz vor dem Ende einer sagenhaften musikalischen Reise viel der zuvor aufgebauten Atmosphäre und geht mit ihr über sämtliche Landesgrenzen hinweg.

Was wiederum mehr als gelungen ist, und was Avantasia Eminem damit voraushat, ist der Einsatz sämtlicher Feature-Gäste, und davon gibt es eine große, wenn auch durchaus illustre Runde: Eric Martin, Geoff Tate und mein Liebling Hansi Kürsch, um euch eine Auswahl zu präsentieren. Was auf „Revival“ wie ein Versteckspiel des Künstlers daherkam, ist auf „Moonglow“ ein gelungener Spagat, was aber auch an den grundlegend verschiedenen Genres liegen mag.

Moonglow macht Spaß. Von vorne bis hinten. Es nimmt euch bei seiner epischen Reise durch die Gedanken von Tobias Sammet an die Hand und lässt euch erst los, wenn ihr überzeugt seid. Spoiler: Das sollte nicht zu lange dauern.

Review overview

Gesamt:9.5

Summary

9.5

Alex
„Lass mich mit deinem Gezappel in Ruhe, ich muss die Musik fühlen!“ Ungefähr so fühle ich mich immer wieder auf diversen Konzerten. Es kommt doch auf die ganzen kleinen Teile an, die das Ganze erst so toll machen. Und diese Faszination will ich mit euch teilen, also folgt mir auf meine kleine Reise durch alle Genres.

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