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Pretty Maids – Kingmaker | Ein Meisterwerk unterm Radar

Pretty Maids Kingmaker

2016 hat mit dieser Platte seinen musikalischen Höhepunkt erreicht!
Mit Kingmaker machen die Pretty Maids alle anderen Alben aus diesem Jahr ziemlich nackig. Eine fantastische Produktion trifft auf grandiose Songs und die Stimme von Ronnie Atkins. Eigentlich ist mehr dazu gar nicht zu sagen.

Daher mein Tipp: Geh am besten gleich zum Plattenladen deines Vertrauens und kauf dir das Ding. Die ganze Review kannst Du später immer noch lesen.

Who the fuck are… | The Pretty Maids

Die Pretty Maids sind eine Hardrock- und Heavy-Metal-Band aus Dänemark. So frisch wie der Bandname vermuten lässt, sind sie allerdings nicht mehr, denn die Band gibt es schon seit 1981 und Ronnie Atkins hatte sicherlich mal weniger Falten – da bin ich mir sicher.

35 Jahre auf dem Buckel und trotzdem agieren sie immer unter dem Radar der ganz Großen.
Dabei kann eine Stimme kaum markanter sein als die von Ronnie Atkins, Sänger und Gründungsmitglied. Zusammen mit dem zweiten noch übrig gebliebenen Gründungsmitglied Ken Hammer an der Gitarre schreibt er auch die Songs für die Band.
Allan Tschicaja am Schlagzeug, Rene Shades am Bass und Chris Laney an der Gitarre und am Keyboard komplettieren das Fünfergespann.

Ronnie Atkins kennt man mittlerweile vielleicht auch durch Avantasia. Beim Projekt von Tobias Sammet ist er sowohl auf Platte als auch live seit 2013 und dem Album The Mystery of Time zu hören.

Pretty Maids – Kingmaker | Die Review im Detail

Genre: Hard Rock / Heavy Metal
Länge: 50 Minuten
Release: 04. November 2016
Label: Frontier Records

Pretty Maids – Kingmaker | Die Review im Detail

Pretty MaidsKingmaker klingt nach absolut klassischem 80er Heavy Metal, der seinen Weg ins 21. Jahrhundert bravurös gemeistert hat. Satter und mit tiefer gestimmten Gitarren als seine alten Kollegen hat mich das Album voll gepackt, weil es genau den modernen, fetten Sound bietet, der mir zur Faszination 80er-Metal immer noch fehlt.

Mit Trommeln und kirchlichen Chorgesängen wird man einfach in das Album hineingeworfen. When God Took A Day Off wird nicht nur Trump gewählt, es herrscht auch Krieg, Völkermord und Qual. Dabei ist der Sound nicht allzu düster wie der Text vermuten lässt, obwohl die Gitarren selbst im Solo sehr dunkel bleiben. Wer den ersten Song mag, wird vom Rest nicht enttäuscht.

Der namensgebende Song Kingmaker ballert ordentlich mit Double-Bass und mit einem Ronnie, der für meinen Geschmack in den Strophen zu sehr durch den Verzerrer gejagt wurde. Der Song ist daher schwächer als er hätte sein können, aber er wächst. Gib dem Kingmaker also auch die Chance des Zweithörens.

Das unumstößliche Highlight auf dem Album ist auch die erste Single-Auskopplung gewesen. Face The World ist eine Hymne an den Glauben an sich selbst. Auch wenn die meisten bei dieser Thematik schon die Flucht ergreifen möchten, tut es wenigstens in eurem Cabrio auf der Route 66 und hört dabei dieses Lied.

Natürlich darf die obligatorische Ballade an die Herzensdame nicht fehlen. Last Beauty on Earth reiht sich trotz der Abwesenheit dominanter Drums oder Riffs harmonisch in den Gesamteindruck des Albums ein.

Der einzige Ausbrecher, der es schafft über den Tellerrand des Albums zu schauen, ist Sickening. Der Song kommt mit harten Riffs daher, für die man die Saiten wohl kaum tiefer hätte rasseln lassen können. Das ganze gepackt in eine beklemmende Atmosphäre, in der sich Ronnies eisenraue Stimme nur so suhlt. Thematisch passt der Song sich der Song ernst an den Grundtenor des Albums, der es schafft, ohne Fingerzeig gesellschaftliche Probleme und Gefahren aufmerksam zu machen.

Last but not least, sagt man immer, stimmt hier aber nicht. Der Rausschmeißer „Was That What You Wanted“ ist der mit Abstand schwächste Song. Double-Bass rettet leider nicht alles, schon gar nicht immer gleiche Gitarrenriffs, die zu nichts zu führen scheinen. Allein der Gesang im Refrain reißt das Ganze wieder raus. Ein guter Song. Aber eben auf einem besseren Album.

Pretty Maids – Kingmaker | Kurz und knackig

Wen klassischer Heavy Metal reizt, es dir aber zu alt klingt, dann hör hier mal rein. Kein neuer SchnickSchnack, sondern Metal back to the roots in seiner schönsten und sattesten Form.

Pretty Maids – Kingmaker | Meine Top 5

  • Face The World
  • When God Took A Day Off
  • Bull’s Eye
  • Civilized Monster
  • Last Beauty on Earth

Hast Du schon mal was von den Pretty Maids gehört? Wenn nicht, was sagst Du zu den beiden Songs?
Lass mir unbedingt deine Meinung da!

Now playing: Pretty Maids – Kingmaker (Mal ehrlich: Was sollte ich jetzt gerade auch anderes hören?!)

Review overview

Gesamt:10

Summary

10Wen klassischer Heavy Metal reizt, es dir aber zu alt klingt, dann hör hier mal rein. Kein neuer SchnickSchnack, sondern Metal back to the roots in seiner schönsten und sattesten Form.

Miriam
Sie ist die Immer-In-Der-Ersten-Welle-Steherin. Meistens am Rand des Moshpit aufzufinden, um sich jederzeit in die Massen werfen zu können. Mit den Wurzeln im Punk Rock und der Faszination im Heavy Metal hört sie alles, was leise nicht zu ertragen ist und laut nie wieder aus dem Kopf geht.

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