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Teenage Wrist – Chrome Neon Jesus | Ein Hauch von Grunge

Teenage-Wrist-Chrome-Neon-Jesus Review

Ich habe mich echt gefreut auf die Platte, bei Rock bin ich ja immer dabei, vor allem, wenn er dadurch besticht, dass er ohne den ganzen Schnick Schnack auskommt. Und irgendwie sowas habe ich mir bei Chrome Neon Jesus erhofft: guten Rock, der sich auf die Wurzeln besinnt und trotzdem zu überzeugen weiß.

Also ab ins Album, das elf Tracks umfasst, die euch 43 Minuten beschallen. Los geht’s direkt mit der titelgebenden Nummer. Und die macht Spaß. Schönes Riff, sauber runtergespielt und: keine Schnörkeleien. Simpler Rock, der irgendwie einen Hauch von Nirvana verbreitet. Es ist tatsächlich weniger der Sound, der mich an Kurt und Co. erinnert, wobei der eigentlich auch passt, als viel mehr das Gesamtpaket. Das hat auch viel mit der Mische zu tun, aber das soll mir egal sein, gefällt mir!

Weiter geht es dann mit Dweeb, einem Track, der einen coolen Groove mitbringt, der zum Kopfnicken einlädt und das für 4 ½ Minuten, also hat auch der Track alles richtig gemacht. Und ich kann mich nach zwei Tracks wiederholen: Da spielt Nirvana doch irgendeine Rolle, da kann mir doch keiner was erzählen.

Swallow, Stoned, Alone und vor allem Supermachine machen in demselben Tenor weiter, und genauso viel Spaß macht die Platte also weiterhin auch. Supermachine kann ich mir live mega gut als die Art Track vorstellen, bei der einfach jeder mitsingt. Super Melodie und einprägsame Lyrics. Ich habe mich beim dritten Hören dabei ertappt, bereits einige Wörter mitzusingen.

Was mich ein wenig, ja nicht enttäuscht, aber mindestens ratlos zurückgelassen hat, ist Kibo. Was soll mir die Nummer sagen? Der Track verzichtet auf vieles: Taktwechsel, eine Veränderung in der Geschwindigkeit, eine klare Struktur, eine Mehrzahl an musikalischen Themen, einen Text, mit dem ich was anfangen kann und weitere Dinge. Ihr merkt es meiner Aufzählung schon an: hier fehlt nicht viel, sondern zu viel. Es wird eine Stimmung erzeugt, die ist ein wenig düster, was wohl vor allem mit der Gitarre zu tun hat, die sich aber in 02:37 Minuten nicht richtig entfalten kann. Hier ist eindeutig der Schwachpunkt von Chrome Neon Jesus und das mitten im Album. Sehr schade.

Aber danach geht es wieder steil bergauf: Rollerblades und auch Daylight machen wieder einen richtig guten Eindruck. Da kommen wieder die tollen Melodien zum Vorschein, die die Tracks eigentlich ausmachen. Vor allem bei Daylight möchte ich hier betonen, dass mit den Chören im Hintergrund eine super Abwechslung ihren Weg auf das Album gefunden hat und den Song damit tatsächlich zu meinem persönlichen Liebling macht.

Als vorletztes auf dem Album findet sich Spit, die obligatorische Akustik-Nummer, denn wir können auch Emotionen, ja?! Aber Spaß beiseite, der Track taugt was. Das ist nichts Krasses, und irgendwie ist Spit auch minimal Fremdkörper auf dem Album, aber gut, was soll‘s, man kann ja nicht alles haben.

Mit Waitress habt ihr dann den klassischen, erwarteten, aber deswegen nicht schlechten Abschluss zu einem wirklich kurzweiligen Album. Eine schön entspannte Melodie und ein melodisches Fade-Out mit kleinen Ansätzen eines Solo beenden also diese Platte.

Eine Kleinigkeit zu meckern gibt es am Ende aber trotzdem nochmal: den Wieder-Hör-Faktor. Der ist hier nicht uneingeschränkt gegeben. Das hatte ich bei meiner Review zu One More For The Road vor einiger Zeit schon einmal angesprochen, und hier trifft es mich mit aller Kraft. Nach drei Mal durchhören hat sich das erstmal ein wenig abgenutzt und es muss etwas anderes, klarer definiertes her. Klar, dieses „dreckig“ gemischte macht den Charme der Platte aus, geht aber eben auf Kosten des längerfristigen Genusses. Nichtsdestotrotz macht das Album eine Menge Spaß, und wenn ihr die Platte nicht gerade durchpumpen lasst, habt ihr da auch auf jeden Fall euren Spaß mit.

Review overview

Gesamt:7.5

Summary

7.5Ich bin zufrieden mit dem Album. Es macht seine Sache sehr gut. Nicht herausragend, aber sehr gut. „Kibo“ ist der klar schwächste Track, während „Daylight“ sich mega stark gibt. Ihr habt eine CD, bei der ihr merkt, dass sich jemand richtig viel Mühe gegeben hat, und auch, wenn es die ein oder andere Baustelle gibt: Kaufempfehlung geht raus, vor allem auch für Zukünftiges, denn wenn man hier noch ein bisschen was rauskitzelt, dann geht’s ab, Freunde, das Versprechen kann ich euch geben.

Alex
„Lass mich mit deinem Gezappel in Ruhe, ich muss die Musik fühlen!“ Ungefähr so fühle ich mich immer wieder auf diversen Konzerten. Es kommt doch auf die ganzen kleinen Teile an, die das Ganze erst so toll machen. Und diese Faszination will ich mit euch teilen, also folgt mir auf meine kleine Reise durch alle Genres.

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