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Papa Roach – Who Dou You Trust | Baby, we’re going down…

Review: Papa Roach - Who Do You Trust

Erinnert euch an die Review zu Crooked Teeth, bei der ich meinte, dass die Platte irgendwie schwächer sei als ihr Vorgänger und das ich hoffte, der nächste Output würde wieder stärker daherkommen? Tja, alles vergebens.

Und dabei ist Who Do You Trust? nicht mal im Ansatz schlecht. Eigentlich finde ich die Platte echt toll. Wenn sie für sich allein stünde. Wenn ich aber bedenke, welche Tracks Papa Roach schon geschrieben haben und was für Brecher dabei sind, ist diese Platte im bandeigenen Vergleich deutlich am unteren Ende der Skala anzusiedeln (vielleicht trotzdem vor Time For Annihilation, aber das soll eure Entscheidung sein).

Aber wie kommt das denn? Das ist relativ einfach: Die Tracks haben alle ihre Power, aber die Melodien und die Instrumentalisierung sind teilweise so schrecklich einfach und vorhersehbar, dass es wahrlich wehtut, sich das anzuhören. Es klingt ein wenig nach folgendem Szenario im Studio:

Jacoby: „Hey Jungs, haben wir eigentlich Ideen für unser nächstes Album? Geile Riffs oder Licks?“
Jerry: „Also, so richtig krasse Ideen hatte ich noch nicht, aber es verkauft sich ja eh alles.“
Tony: „Same.“
Jacoby: „Scheiß drauf, nehmen wir, simpel ist eh besser! Wozu groß nachdenken.“

Nein, simpel ist nicht immer besser! Es klingt, als hätte Papa Roach einfach jede erstbeste Idee genommen und sie in einen Track gepresst, deutlicher könnte es vor allem bei Elevate nicht werden. Der Track hat vielleicht 20 Minuten im Making gebraucht, schätze ich.

Es ist aber auch nicht alles schlecht, wie schon zu Beginn erwähnt. Renegade Music macht Spaß. Vor allem live sollte es da richtig rund gehen. Aber danach wird die Luft dann recht schnell sehr dünn. Come Around kommt noch sentimental daher, und der Track ist auch wirklich schön geschrieben, aber ist es der Anspruch einer internationalen Topband wie Papa Roach, dass der sentimentale Track vom neuen Output zum Aushängeschild wird, ohne, dass es beabsichtigt ist? Und es ist aufgrund der Konzeption des Gesamtproduktes Who Do You Trust? schwer anzunehmen, dass dies nicht so geplant war.

Ich weiß ja nicht, die Platte ist gut und schlecht zugleich. Sie ist toll, aber auch furchtbar langweilig. Sie ist Metal, aber auch so stark Pop. Ich höre immer wieder rein und immer wieder bleibe ich verwirrt zurück. Vielleicht seid ihr damit gesegnet, eine bessere Einschätzung vorzunehmen, aber ich tue mich schwer mit der Platte.

Review overview

Gesamt:5

Summary

5

Alex
„Lass mich mit deinem Gezappel in Ruhe, ich muss die Musik fühlen!“ Ungefähr so fühle ich mich immer wieder auf diversen Konzerten. Es kommt doch auf die ganzen kleinen Teile an, die das Ganze erst so toll machen. Und diese Faszination will ich mit euch teilen, also folgt mir auf meine kleine Reise durch alle Genres.

1 Kommentar

  1. Sehr gute Review, bin tatsächlich genau deiner Meinung. Von dem coolen, harten Sound auf den man sich abgehen konnte ist kaum noch was übrig. Es ist zu poppig geworden, und zwar diese schlechte, langweilige Art von Pop, echt Schade.

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